News

Ladung richtig sichern: Diese Gegenstände werden bei Transportfahrten oft unterschätzt

LP | stvo.de – 16.06.2026
Bildquelle (Header): © ViskBx – stock.adobe.com

Werden Gegenstände mit einem Fahrzeug transportiert, richtet sich die Aufmerksamkeit meist vorrangig auf das zulässige Gesamtgewicht oder die Anzahl der benötigten Spanngurte. Weniger Beachtung finden jedoch die einzelnen Gegenstände, die im Fahrzeug mitgeführt werden.

Allerdings gehen von diesen viele Risiken aus. Wird nur einmal stark gebremst oder muss abrupt ausgewichen werden, kann ungesicherte Ladung verrutschen oder sogar durch den Innenraum geschleudert werden. Die Folgen davon reichen von Sachschäden bis zu schweren Gefährdungen für die Insassen und andere Verkehrsteilnehmer.

Pflicht zur ordentlichen Sicherung der Ladung

Die Straßenverkehrsordnung verlangt, dass die Ladung bei plötzlichen Fahrbewegungen weder verrutschen noch umfallen oder herabfallen darf. Diese Pflicht gilt unabhängig davon, ob ein Fahrzeug privat oder gewerblich genutzt wird.

Es lassen sich jedoch bestimmte Gegenstände ausmachen, die bei diesem Thema immer wieder unterschätzt werden. Nicht nur große Maschinen oder Baumaterialien können problematisch sein. Auch scheinbar harmlose Gegenstände entwickeln bei einem Aufprall erhebliche Kräfte.

Besonders kritisch zeigen sich rollbare Aufbewahrungssysteme, Werkzeugkisten oder Werkstattwagen, die während der Fahrt nicht ausreichend gesichert werden. Diese bringen in der Regel ein hohes Eigengewicht mit und bewegen sich somit bei einer Vollbremsung mit einer erheblichen Wucht. Werden sie lediglich abgestellt statt korrekt befestigt, entsteht ein großes Risiko für Schäden und Verletzungen.

Schwere Einzelgegenstände brauchen besondere Aufmerksamkeit

Einzelne schwere Gegenstände, die ohne zusätzliche Sicherung transportiert werden, wie zum Beispiel Werkzeugkoffer, Maschinen, Ersatzteile, Gasflaschen oder Kanister, zählen zu den häufigsten Problemen.

Sie passen problemlos in einen Kofferraum oder auf die Ladefläche eines Transporters. Dadurch entsteht schnell der Eindruck, sie benötigen keine zusätzliche Sicherung. Tatsächlich entscheidet jedoch nicht die Größe des Laderaums darüber, sondern die Art der Verstauung. Schwere Lasten sollten stets möglichst formschlüssig untergebracht und sind bei Bedarf mit geeigneten Hilfsmitteln zu sichern.

Andernfalls kann es bereits durch ein kurzes Bremsmanöver zu einer gefährlichen Verlagerung kommen.

Achtung: Auch kleine Gegenstände können zum Risiko werden

Allerdings verdienen nicht nur besonders schwere Lasten Aufmerksamkeit. Akkuschrauber, Werkzeugtaschen, Messgeräte oder einzelne Metallteile werden häufig lose transportiert. Gerade in gewerblich genutzten Transportern sammeln sich Gegenstände wie diese über längere Zeit im Laderaum an. Bei einem Unfall oder einer abrupten Fahrbewegung werden sie dann durch das Fahrzeug geschleudert.

Deshalb empfehlen Fachleute, Kleinteile immer in geschlossenen Behältern aufzubewahren und vorhandene Ablagen konsequent zu nutzen. Eine geordnete Verstauung sorgt schließlich nicht nur für mehr Sicherheit, sondern erleichtert auch den Arbeitsalltag.

Die Ladung muss richtig verteilt werden

Ein Fahrzeug sicher zu beladen, bedeutet auch, die Last richtig zu verteilen. Schwere Gegenstände sind möglichst tief und nahe an der Fahrzeugmitte zu platzieren. Dadurch zeigt sich das Fahrverhalten stabiler und die Belastung einzelner Bereiche wird reduziert. Ebenso wichtig ist es, vorhandene Zurrpunkte zu nutzen. Gurte, Netze oder Trennsysteme verhindern verlässlich, dass sich die Ladung unkontrolliert bewegt.

Darüber hinaus verdienen Gegenstände mit beweglichen Teilen oder Flüssigkeiten besondere Aufmerksamkeit. Druckbehälter, Farbgebinde und ähnliche Transportgüter können sich nicht nur verschieben, sondern auch zusätzliche Gefahren verursachen, wenn sie beschädigt werden. Deshalb sollten die Verpackungen regelmäßig auf ihren Zustand geprüft werden. Beschädigte Behälter, lockere Verschlüsse oder improvisierte Befestigungen stellen ein unnötiges Risiko dar.

Diese Anforderungen an eine sichere Ladung gelten im Übrigen auch bei kurzen Strecken. Wird nur wenige Minuten in die Prüfung der Ladung investiert, lassen sich viele Risiken bereits vor Fahrtbeginn erkennen und beseitigen. Das erhöht die Sicherheit aller Beteiligten und hilft dabei, Schäden an Fahrzeug, Ladung und Infrastruktur zu vermeiden.

Autorin: Laura Platthaus