sh | stvo.de - 12.11.2019

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Transport von sperrigen Waren möglichst sicher transportieren

Ladungssicherung im Straßenverkehr ist wichtig. Und zwar nicht nur für die Fahrer von Lastwagen oder Transportern. Auch Privatpersonen können schnell an ihre Grenzen kommen, wenn der Schrank aus dem Möbelhaus nach Hause transportiert werden soll. Aus diesem Grund sollte jeder Autofahrer die Grundlagen der Ladungssicherung beherrschen. Nach §22 der Straßenverkehrsordnung (StVO) gehört es zu den Pflichten eines Fahrzeugführers, das Verrutschen, Um- oder Herabfallen der Ladung zu verhindern. Doch welche Möglichkeiten gibt es? Und welche Strafen können im Fall einer unzureichenden Ladungssicherung drohen? Wir geben die Antworten.

Es gibt zwei Möglichkeiten, um die Ladung ordnungsgemäß zu sichern: Die formschlüssige sowie die kraftschlüssige Sicherung. Bei einem Schutz durch Formschluss wird die Ladung so gut und bündig platziert, dass keine Lücken entstehen, die ein Verrutschen überhaupt zulassen. Lücken, die sich nicht auflösen lassen, können mit Füllmaterial gefüllt werden. Zusätzlich kann die Ladungssicherung in Spann- und Zurrgurte sichergestellt werden. Bei der kraftschlüssigen Sicherung wird die Ladung mit Hilfe von Spanngurten so stark auf den Boden gepresst, dass sie aufgrund der Haftreibung nicht mehr verrutschen kann. Das erfordert jedoch Erfahrung, um zu wissen, wie viele Gurte genutzt werden müssen, um auch während der Fahrt eine ausreichende Sicherung gewährleisten zu können.

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Mit Spanngurten Made in Germany die Ladung für einen Transport richtig sichern

Denn die Ladung sollte nicht nur im Stand des Fahrzeuges ausreichend gesichert sein. Während der Fahrt wirken durch Bremsen und Anfahren sowie bei Kurven und Ausweichmanövern große Kräfte auf die Ladung. Dabei sind unter anderem das Gewicht sowie die Fliehkraft entscheidend. Mit Hilfe von mathematischen Formeln lassen sich die auftretenden Kräfte berechnen, um eine ausreichende Sicherung treffen zu können. Aber ehrlich: Wer macht das schon? In den meisten Fällen muss die Ladungssicherung innerhalb weniger Minuten vorgenommen sein, damit die Möbel schnell nach Hause kommen oder der LKW-Fahrer die Heimreise antreten kann. Daher gilt: Besser ein Spanngurt zu viel, als einer zu wenig.

Weiterhin gelten Regeln, die mit der Absicherung für andere Verkehrsteilnehmer einhergehen. Die Kennzeichen am Fahrzeug dürfen durch die Ladung zu keinem Zeitpunkt verdeckt sein und müssen ständig sichtbar sein. Sollte die Ladung weiter als einen Meter nach vorne oder hinten herausragen, ist die Absicherung durch ein rotes Tuch oder eine Warnleuchte erforderlich. Eine Kofferraumklappe, die sich aufgrund der Ladung nicht mehr schließen lässt, muss ebenfalls mit Spanngurten gesichert werden.

Eine falsche Ladungssicherung kann im schlimmsten Fall nicht nur gefährlich werden, sondern auch ein hohes Bußgeld zur Folge haben. Der entsprechende Katalog sieht dafür, je nach Vergehen, Geldstrafen von bis zu 75 Euro vor. Für eine unsachgemäße Ladung, die vermeidbaren Lärm erzeugt, werden bei einer Kontrolle beispielsweise 10 Euro fällig. Teurer wird es, wenn die Ladung zu weit über das Fahrzeug hinausragt, egal ob vorne oder hinten, oder die Ladung nicht ausreichend durch eine Leuchte kenntlich gemacht wurde. In diesem Fall muss der Betroffene bis zu 25 Euro zahlen. Die höchste Geldstrafe wird fällig, wenn die Ladung nicht ausreichend gegen Herabfallen gesichert ist. Für eine Gefährdung wird eine Strafe von 60 Euro verhängt, sollte es durch die unzureichende Ladungssicherung sogar zu einer Sachbeschädigung gekommen sein, kann ein Bußgeld von 75 Euro fällig werden. In beiden Fällen wird auch ein Punkt in Flensburg verteilt.

Die Ladungssicherung gehört zu den wichtigsten Grundlagen, die jeder Autofahrer beherrschen sollte. Auch aus eigenem Interesse: Koffer und Taschen können zum tödlichen Geschoss für die Insassen werden. Jedes Jahr passieren in Deutschland rund 500 Unfälle mit Personenschaden, die auf eine mangelnde Sicherung zurückzuführen sind. Mit einem ausreichenden Schutz lassen sich diese Unfälle nicht nur vermeiden, auch ein teures Bußgeld kann eingespart werden. Aus diesem Grund sollte bei jeder Fahrt - egal ob mit dem Transporter oder dem PKW - auf eine ausreichende Sicherung der Ladung geachtet werden.