Grundregeln für die richtige Ladungssicherung

sh | stvo.de - 23.12.2018

Immer häufiger kommt es zu Unfällen. Die Sicherheit auf deutschen Straßen nimmt ab, so ist den Medien zu entnehmen. Dabei sind überhöhte Geschwindigkeit, lange nicht überprüfte Fahrzeuge, unzureichendes Reifenprofil sowie nicht ordnungsgemäß beseitigte Mängel häufig die Ursache. Nicht selten kommt es zu Unfällen hervorgerufen durch ungesicherte, falsch oder unvollständig gesicherte Ladung auf Fahrzeugen. Der Führer und der Halter des Fahrzeugs sowie der Versender der Ladung sind verpflichtet, auf öffentlichen Wegen sicherzustellen, dass es nicht zu einer Gefährdung kommt. Deshalb ist es notwendig, die komplette Ladung ordnungsgemäß zu sichern. Mangelnder Schutz ist gerade im Transportgewerbe ein stets aktuelles Thema.

 

Allgemeine Hinweise beachten

Für den Transport von Gütern ist es wichtig, geeignete Fahrzeuge einzusetzen und die Ladung so zu verstauen, dass sie weder verrutschen, kippen noch herunterfallen kann. Die genauen gesetzlichen Vorschriften dazu stehen in § 22 Straßenverkehrsordnung. Mindestens genauso wichtig ist es, dass die Ladung beim Sichern unbeschädigt und damit intakt bleibt. Mit den praktikablen Tipps von Pamyra zur Transportsicherung von Zweirädern, wie Motorräder oder Fahrräder, wird deutlich, dass jedes Gut seine Besonderheiten bei der Verpackung und Verladung hat. Allgemein ist darauf zu achten, dass der Ladungsschwerpunkt so niedrig wie möglich ist und sich in der Längsmittelebene befindet. Dabei sind die zulässigen Achslasten zu berücksichtigen, ohne die Mindestachslasten zu unterschreiten. Dass die Fahrgeschwindigkeit an die geltenden Straßen- und Verkehrsverhältnisse angepasst sein sollte, versteht sich von selbst.

 

Spezielle Ausstattung lohnt sich

Eine Ladung sicher zu transportieren, ist kein Hexenwerk. Bei verschiedenen Schwerlasten ist eine einfache Verladung nicht ausreichend, das meint einfaches Verzurren mit einer Kette oder einem Gurt. Da dies häufig nicht den Vorschriften entspricht, sind weitere Hilfsmittel notwendig, wie zum Beispiel spezielle Antirutschbalken aus Gummi. Sie eignen sich für eine dauerhafte Anwendung und sind deshalb eine gute Investition. Diese können verhindern, dass es während des Transports zu einer Beschädigung des Transportgutes oder – schlimmer noch – zu einem Unfall kommt.

 

Wer haftet für die Folgekosten?

Kommt es zu einem Schaden, stellt sich die Frage nach der Haftung. Wer kommt für die Folgekosten auf? Das Merkblatt des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. „Verantwortlichkeit bei der Ladungssicherung“ gibt dazu weitere Auskunft. In § 412 des Handelsgesetzbuches ist ebenfalls klar geregelt, wer für das Be- und Entladen verantwortlich ist. Dabei können die Folgen vielfältig sein – vom Bußgeldbescheid bis zur Haftstrafe und einer Verurteilung gemäß Strafgesetzbuch ist alles möglich. Wer seine Ladung nicht korrekt sichert, verstößt gegen gewerberechtliche Vorschriften. Die Folgen können ein hohes Bußgeld und/oder Auflagen seitens der Behörden sein. Sollte während des Transports etwas passieren, weil die Ladung nicht ausreichend gesichert war, hat das kostspielige Folgen. Dabei ist es irrelevant, was passiert. Es ist notwendig, stets die Grundregeln für eine ordentliche Ladungssicherung zu beachten.

 

Möglichkeiten, die Ladung ordentlich zu sichern

  • Formschluss
    Dabei nehmen die zu transportierenden Güter so viel Platz ein, dass im Laderaum der gesamte Platz ausgenutzt ist. Es bleiben keine Ecken oder Lücken frei. Auf diese Weise ist die Ladung fixiert und sicher zu transportieren. Durch zusätzliche Schlingen und Gurte lässt sich die Sicherheit noch erhöhen.
  • Kraftschluss
    Kraftschluss ist ebenfalls perfekt geeignet, die Ladung zu sichern. Bei dieser Sicherungsmöglichkeit wird die Ladung fest auf den Boden des Fahrzeugs gedrückt. Dazu sind Gurte notwendig. Wie viel Gurte jeweils notwendig sind, lässt sich leicht anhand einer Formel berechnen.
  • Gurte
    Damit lassen sich kleinere Lasten an der Bordwand des Fahrzeugs befestigen. Die Gurte sind einfach zu handhaben und an beliebiger Stelle einsetzbar. Die meisten haben gummierte Endbeschläge, sodass es selten zu einer Beschädigung der Bordwand kommt.

 

Polizeikontrollen – was ist bei ungenügender Sicherung?

Die Polizei ist jederzeit zu Routinekontrollen berechtigt. Den Zeichen und Weisungen der Polizeibeamten ist dabei unbedingt Folge zu leisten. Sollte der Polizei bei einer Routinekontrolle auffallen, dass die Ladung eines Fahrzeugs unzureichend gesichert ist, darf sie sofort die Weiterfahrt des Fahrzeugs verbieten. Darüber hinaus ist mit einem Bußgeld zwischen 35 und 50 Euro zu rechnen.