Car-Sharing – auch in Deutschland ein Trend?

sh | stvo.de - 21.09.2018

Wir befinden uns in einer Zeit, die von drastischem Wandel bestimmt ist. In den vergangenen Jahrzehnten haben wir unser Denken und unser Handeln in vielen Bereichen grundlegend geändert. Ein Indikator dafür ist ohne Frage die Art und Weise, mit der wir heute das Transportmittel Auto betrachten. Denn wo es vor 20 Jahren noch ein unantastbares Statussymbol war, ist das Auto heute immer mehr lediglich Mittel zum Zweck. Servicedienstleister wie Uber bieten eine Alternative zum eigenen Auto. Und ein neuer Trend, der sich langsam auch in deutschen Großstädten etabliert, ist das Car-Sharing.

Ein Auto, mehrere Fahrer – geht das gut?

Das urbane Leben hat für viele einen großen Vorteil zu bieten – man ist immer nah dran. Der Weg zur Arbeit ist nicht weit, das Kino ist gleich um die Ecke und in Laufnähe gibt es Einkaufzentren und Restaurants zu finden. Das stellt sich die Frage, ob sich die Investition in ein eigenes Auto überhaupt lohnt?

Mit Blick auf die wachsende Anzahl für Car-Sharing Angebote scheinen sich immer mehr, vor allem junge Menschen, gegen den Kauf eines eigenen Fahrzeuges zu entscheiden. Das Konzept hinter Car-Sharing ist dabei denkbar einfach. Anbieter führen Online-Plattformen, um Autobesitzer und Gelegenheitsfahrer miteinander zu verbinden. Innerhalb weniger Sekunden ist ein Privatauto zur Miete in der Nähe gefunden.

Die Vorteile für alle Beteiligten liegen klar auf der Hand. Der Autobesitzer kann sein Auto nutzen, um zusätzliches Einkommen zu generieren. So lässt sich zum Beispiel ein laufender Autokredit schneller abbezahlen. Oder man nutzt das Einkommen, um die eigenen Versicherungs- und Benzinkosten zu decken.

Für Mieter ist es möglich, auch ganz spontan ein Auto zum fairen Preis zu mieten. Muss man also man aufs Land, um die Oma zu besuchen, dann ist man nicht auf kostspielige Fahrdienstleister angewiesen.

 

Auch die Finanzwelt erkennt den Trend

Die wachsende Anzahl für Dienstleistungen wie Car-Sharing zeigt in mehreren Bereichen Auswirkungen. Da weniger Interesse daran besteht Fahrzeuge zu kaufen, sinkt zum Beispiel auch die Nachfrage für Autokredite. Mit Blick auf aktuellen Angebot für Autokredite aller Art wird schnell klar, dass diese zu extrem günstigen Konditionen erhältlich sind. Darüber hinaus gibt es immer häufiger sehr gute Angebot für neue Fahrzeuge mit umfassender Austattung zu sehen.

 

Mobility-Start-Ups – Branche mit Zukunft

Ein Anbieter für Car-Sharing-Dienstleistungen ist Snappcar. Innerhalb Deutschlands hält die Plattform bereits mehrere Tausend Fahrzeuge zur Privatmiete bereit – und das Interesse steigt stetig an. Das Unternehmen hat das ambitionierte Ziel, sich innerhalb Europas zu etablieren und die Anzahl der privaten Fahrzeuge bis in das Jahr 2022 um fünf Millionen zu reduzieren. Denn hier steht nicht nur der Komfort der Kunden im Vordergrund. Auch die Umwelt spielt für das Mobility-Start-Up eine große Rolle.

Der große Vorreiter der Branche ist natürlich Uber. Trotz seiner kontroversen Geschäftspraktiken hat das Transportunternehmen heute bereits mehrere Millionen Fahrer weltweit und ist auf allen Kontinenten zu finden.

Das Umdenken der Verbraucher bietet also nicht nur Chancen für den Endkunden, sondern öffnet auch einen neuen Markt für junge Unternehmen.

 

Autohersteller müssen umdenken

Das Auto verliert weltweit immer mehr seinen Stand als Statussymbol. Hochwertige Luxusfahrzeuge werden weniger gekauft und auch im Bereich der Mittelklassefahrzeuge gibt es bei vielen Firmen Umsatzeinbrüche zu verzeichnen.

Ein prominentes Beispiel für die schwere Zeit, die der Autoindustrie bevorsteht, ist das amerikanische Autohaus Ford. In den vergangenen Jahren kam es in jedem Jahr zum massiven Jobabbau. Ganz aktuell gehen Experten davon aus, dass Ford bis zu 10 % seiner globalen Mitarbeiterschaft entlassen könnte.

Um dem Trend aktiv entgegenzuwirken, setzen immer mehr Fahrzeugproduzenten auf zeitgemäße Lösungen:

  • Preisgünstige Fahrzeuge
  • Autos mit geringer Emission
  • Alternative Antriebsweisen

Auch im Luxusbereich ist man überzeugt, dass ein Wandel unumgänglich ist. Tesla produziert Elektrofahrzeuge mit exklusiver Ausstattung. BMW plant futuristische Hybridautos.

 

Die Millennials geben den Ton an

Wo die Generation X mit tatkräftiger Revolution das Denken der Welt verändert hat, sind die sogenannten Millennials dabei, ihre Konsumkraft auszuschöpfen. Denn wenn die Nachfrage den Markt bestimmt, spielen diese heute 22-37 Jahre alten Käufer ihre Karten mit Bedacht aus. Denn wenn eine ganze Generation sich dazu entscheidet, Optionen wie Car-Sharing über den Kauf des eigenen Autos zu wählen, können selbst etablierte Automarken nicht tatenlos zusehen.