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sh | stvo.de - 05.09.2018

Autos die bereits 20, 30 oder mehr Jahre „auf dem Buckel“ haben, unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich ihrer Optik mitunter stark von aktuellen Modellen. Sie sind oft mit rudimentärer oder gar keiner Elektronik ausgestattet und können, wenn sie gut gepflegt und in Originalzustand sind, auch als Oldtimer angemeldet und versichert werden. Neben zahlreichen Oldtimer-Klassikern befinden sich auch viele Kultfahrzeuge der 80er und 90er Jahre in einem Oldtimer- oder Youngtimer-Status. Wer über den Kauf eines neuen Fahrzeugs nachdenkt, sollte durchaus mal nach Angeboten von gut erhaltenen Oldtimern oder solchen Fahrzeugen, die kurz davor stehen es zu werden gucken. Was sollte man in diesem Zusammenhang beachten?

 

Die Klassifizierung als Oldtimer

Auf deutschen Straßen genießen Oldtimer eine Reihe von Sonderrechten. Beispielsweise können Umweltzonen auch ohne Vorhandensein eines Katalysators befahren werden, eine Anschnallpflicht gilt darüber hinaus nicht bei Fahrzeugen die ab Werk ohne Sicherheitsgurte ausgeliefert wurden (bis 1970). Seit 1997 existiert zudem eine spezielle Oldtimer-Zulassung, sichtbar an dem H am Ende des Kennzeichens. Diese Fahrzeuge müssen zum einen mindestens 30 Jahre alt sein (es gilt das Datum der Erstzulassung) und auch weitere Kriterien erfüllen.

Autos die nicht älter als 15 bis 20 Jahre sind, werden in der Regel als Youngtimer bezeichnet, auch wenn es in Deutschland keine rechtliche Definition gibt. Wer heute einen Oldtimer von morgen finden möchte, sollte sich also unter den Fahrzeugen der späten 80er Jahre, 90er und 2000er Jahre umsehen. Großes Potential für kommende Klassiker steckt unter anderem im Mercedes 124, Audi S2 oder Volvo C70.

 

Wann gilt das H Kennzeichen?

Nicht jedes Fahrzeug mit einem Alter über 30 Jahre kann als historisch mit einem H-Kennzeichen versehen werden. Hierfür müssen einige Bedingungen erfüllt sein. Ausschlaggebend für den Versicherungsbeitrag ist zum einen das Alter und zum anderen der Originalzustand des Fahrzeugs. Der Originalzustand muss mit entsprechenden Gutachten nachgewiesen werden. Wenn der Erhaltungszustand es zulässt, wird der Wagen offiziell als Kulturgut anerkannt und genießt mit dem H-Kennzeichnen Steuervergünstigungen. Pro Jahr fallen derzeit pauschal 191 Euro Kfz-Steuer für Oldtimer an.

 

Nicht nur ein teurer Spaß

Oldtimer zu fahren ist kein Hobby für reiche Autosammler. Für einige tausend Euro lassen sich durchaus Schnäppchen machen. Die größten Vorteile beim fahren eines alten Autos, sind die deutlich geringeren kosten im Vergleich zu einem Neufahrzeug. Für das gleiche Geld kann man so auch Fahrzeuge mit großen Motoren erwerben. Auch ergibt sich durch die oft fehlende Elektronik ein deutlicher Vorteil, solche Fahrzeuge müssen deutlich weniger repariert werden als Neufahrzeuge.

 

Der richtige Versicherungsschutz

Wer mit einem Oldtimer auch auf die Straße möchte, muss den Wagen selbstverständlich auch versichern. Dabei kann man, wenn das Fahrzeug älter als 30 Jahre ist, unter Umständen mit einem H-Kennzeichen ausstatten lässt. Mitunter ist es etwas kompliziert eine Oldtimer Versicherung zu erhalten, insbesondere dann, wenn es sich um kein Standardfahrzeug handelt und daher nicht einfach klassifiziert werden. Es gibt jedoch verschiedene Anbieter, die sich auf Oldtimer-Versicherung spezialisiert haben und hierzu attraktive Pakete anbieten.

Wirklich umfassend geschützt ist der Oldtimer nur mit einer speziellen Oldtimer-Versicherung. Hierbei kommt es vor allem darauf an, das Fahrzeug bedarfsgerecht zu versichern. Im Gegensatz zu Fahrzeugen die im Alltag etwa für Fahrten zur Arbeit oder zum Einkaufen genutzt werden, sind Oldtimer in der Regel deutlich günstiger in der Versicherung, da sie meist seltener gefahren und von ihren Besitzern überdurchschnittlich gut gepflegt werden.

 

Besonderheiten der Oldtimer-Versicherung

Zunächst einmal darf die Kilometerleistung des Fahrzeugs eine bestimmte grenze pro Jahr nicht überschreiten. Berechtigt das Fahrzeug zu führen sind weiterhin nur Personen, die mindestens 25 Jahre alt sind. Weiterhin können die Versicherer zusätzliche Bedingungen stellen, etwa das Vorhandensein eines sicheren Abstellplatzes oder andere Bestimmungen.

Die Wertentwicklung, aber auch der Charme den alte Autos versprühen macht sie zu gefragten Objekten. Wer nicht nur Spaß am Fahren hat, sondern eben auch eine Investition in die Zukunft machen möchte, sollte daher unbedingt die Möglichkeit in Betracht ziehen, in angehende Oldtimer zu investieren. Aktuelle Fahrzeugmodelle mit einem Alter von 15 oder 20 Jahren eignen sich noch immer als Alltagsfahrzeuge und können somit durchaus auch in normalen Alltagssituationen gefahren werden.

Wer einen Oldtimer also als Wertanlage kaufen möchte, der sollte sich nach Sondermodellen aktueller Youngtimer umsehen. Originale Sondermodelle, nicht also im Nachhinein umgebaute Fahrzeuge sind unter Sammlern im Gegensatz zu den Standardmodellen um ein Vielfaches begehrter. Diese oft in einwandfreiem Zustand befindlichen Fahrzeuge erreichen oft schwindelerregende Sammlerpreise. Als Geheimtipp gilt es, gut erhaltene Youngtimer zu kaufen und diese dann über mehrere Jahre im Bestand zu halten, bestenfalls in einer Garage. Noch lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen, welche heutigen Youngtimer in 10 Jahren als besonders wertvolle Oldtimer gelten, es lohnt sich hier die Preisentwicklung von Gebrauchtwagen zu verfolgen. Mit etwas Glück lassen sich somit Wertsteigerungen von bis zu 30% pro Jahr erzielen.