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bd | stvo.de - 11.09.2015

Mit Fahrsicherheitstrainings Erfahrungen sammeln
Bildquelle: © Daniel Hohlfeld - Fotolia.com

Nach der bestandenen Führerscheinprüfung beginnt für die meisten jungen Autofahrer direkt die Bewährung, ohne Fahrlehrer im echten Straßenverkehr zurechtzukommen. Auch mit Beifahrer bis zum 18. Geburtstag ist das Fahren abseits des Fahrschulbetriebes oft eine neue Erfahrung. Fahrschulen ist es nicht möglich, jede erdenkliche Situation, die im Straßenverkehr auf Autofahrer zukommen kann, zu simulieren.

Mit Gefahrenbremsung und Lenkübungen ist das Repertoire der meisten Fahrlehrer bereits ausgeschöpft. Kein Wunder, dass viele Eltern sich für ihre Kinder zusätzliche Übungsstunden wünschen, in denen mehr als nur die üblichen Situationen geprobt werden. So erfahren Fahrsicherheitstrainings für Fahranfänger derzeit eine immer größere Beliebtheit.

 

Warum Fahrsicherheitstrainings für Fahranfänger sinnvoll sind

Da auf deutschen Straßen nur selten mit extrem hohen Geschwindigkeiten gefahren werden darf, kennen sich Fahranfänger wenig mit dem Verhalten eines Autos aus. So kommt es in Deutschland besonders häufig zu Unfällen, die durch überhöhte Geschwindigkeit verursacht werden. Besonders Fahranfänger unterschätzen das Fahrverhalten ihres Autos in Kurven und auch auf geraden Strecken und kommen nur allzu schnell von der Fahrbahn ab. Im schlimmsten Fall kommt es dann zu Unfällen mit Todesfolge. Dass sich am Bewusstsein der Bevölkerung hinsichtlich dieser Gefahren in den letzten Jahren viel geändert hat, zeigt auch eine Statistik, die die tödlich endenden Unfälle von Fahranfängern aufzeigt.



Anhand dieser Statistik lässt sich einiges erkennen: Nicht nur, dass die Gesamtanzahl der tödlichen Unfälle in den letzten Jahren deutlich gesenkt werden konnte, sind es nach wie vor eher männliche Fahrer, die in Unfälle mit Todesfolge verwickelt werden. Ein Grund hierfür ist sicherlich die Tatsache, dass besonders Männer gerne ihre Grenzen testen und dies auch auf der Straße tun. Ein Fahrsicherheitstraining kann dabei helfen, dieses Verlangen nach Grenzerfahrungen zu befriedigen, denn auf den Übungsgeländen wird teilweise getestet, wie sich ein Auto mit überhöhter Geschwindigkeit tatsächlich verhält. Dies schult das Bewusstsein der jungen Autofahrer für das Risiko der Situation und kann so verhindern, dass Grenzerfahrungen im echten Straßenverkehr gesucht werden.

Es geht bei einem Fahrsicherheitstraining für Fahranfänger also besonders darum, ein Gefahrenbewusstsein zu vermitteln und zeitgleich mehr Gefühl und Verständnis für die technischen und physikalischen Grundsätze des Autofahrens entstehen zu lassen.

Mit dem Führerschein ab 17, verbunden mit dem begleiteten Fahren, konnte die Anzahl tödlicher Unfälle ebenfalls gesenkt werden. Dennoch kann es sinnvoll sein, auch junge Fahrer unter 18 zu einem Fahrsicherheitstraining zu schicken. Da jedoch nicht alle Anbieter diese Möglichkeit bieten, sollte zuvor erfragt werden, ob auch Siebzehnjährige am Training teilnehmen dürfen.

 

Die Inhalte eines Fahrsicherheitstrainings

Im Bereich des Trainingsangebotes gibt es einige Unterschiede. So bieten manche Unternehmen sogenannte Basis-Trainings und zusätzlich Intensivkurse an. In den Grundlagen-Trainings erfahren Fahranfänger jedoch bereits einiges über das Fahrzeug, korrektes Handeln im Straßenverkehr und einen sicheren Umgang mit Gefahrensituationen. Fragen zur richtigen Sitzposition im Auto inklusive der passenden Einstellung der Spiegel werden genauso geklärt wie technische Details. So lernen junge Fahrer die Sicherheitsmechanismen wie ABS oder ESP besser kennen und können am eigenen Leib ausprobieren, was beim Einsatz dieser Mechanismen passiert. Auch das Kurvenverhalten eines PKW wird getestet. Spezielle Techniken zum besseren Umgang mit gefährlichen Situation sollen im späteren Leben dabei helfen, auch im Ernstfall richtig zu handeln.

Weitere Inhalte der meisten Fahrsicherheitstrainings:

  • Bremsen auf unterschiedlichen Untergründen
  • Erkennen negativer Beeinflussung durch Radio, Beifahrer und Smartphone
  • Korrektes und sicheres Ausweichen
  • Verhalten bei Aquaplaning
  • Blickführung

 

Der Vorteil vieler Fahrsicherheitstrainings ist auch, dass mit dem eigenen PKW gefahren werden kann. Eine lohnenswerte Überlegung für die Verwandtschaft kann also nicht nur das Schenken eines eigenen Autos zum 18. Geburtstag sein. Verwandte, die mehr tun möchten, können zusätzlich zum Auto ein Fahrsicherheitstraining verschenken. Im Motorsport-Bereich von mydays finden sich Trainings an unterschiedlichen Standorten und mit variabler Länge.

Ein Fahrsicherheitstraining kann auch dem Fahranfänger dabei helfen, ein sichereres Gefühl beim Autofahren zu entwickeln. Stress und Unsicherheit werden hierdurch gesenkt und die Unfallgefahr gemindert. Im Video verraten Fahranfänger, mit welchen Ängsten sie in der Anfangszeit zu kämpfen hatten.

Fahrsicherheitstrainings alleine genügen nicht

Auch wenn bereits in der Fahrschule einige Stunden theoretisches Lernen inbegriffen waren, ist das Beherrschen und Berücksichtigen der Straßenverkehrsordnung in der Praxis eine komplizierte Aufgabe. Richtiges Abbiegen an Kreuzungen, das Lesen von Straßenschildern und Vorfahrtsregelungen an kritischen Stellen überfordern viele Fahranfänger in der ersten Zeit. Eltern und Beifahrer, die gemeinsam mit dem Fahranfänger fahren, sollten sich daher auch die Vermittlung und Vertiefung der StVO-Regeln zur Aufgabe machen.

Dass die Straßenverkehrsordnung in den wenigsten Fahrsicherheitstrainings eine Rolle spielt, sollte dabei unbedingt beachtet werden. Hier geht es vorrangig um ein sicheres Verhalten und ein verbessertes Handeln, nicht aber um die gesetzlichen Regelungen im Straßenverkehr. Im Schilderwald Deutschland, kann es jedoch oft kompliziert werden, was die Gefahr von Unfällen erneut steigen lässt. Eltern sollten sich also nicht auf die Absolvierung eines Fahrsicherheitstrainings alleine verlassen, sondern selbst auch an der wachsenden Erfahrung ihrer Kinder im Straßenverkehr mitwirken. Mit dem Abschluss des begleitenden Fahrens am 18. Geburtstag der Schützlinge ist dann eine bessere Ausgangslage für das Fahren auf eigene Faust geschaffen.

Abschließend kann gesagt werden, dass ein Fahrsicherheitstraining für Fahranfänger durchaus einen Sinn hat. Hier können Situationen geprobt werden, die bei Unwissenheit zu schweren Unfällen führen können. Die Auswahl eines professionellen Anbieters verbessert dabei die Chancen auf ein Training mit Mehrwert. Eltern können sich dann gerade in der Anfangszeit etwas entspannter zeigen und auf die neu gewonnenen Erkenntnisse vertrauen.