Drucken

bd | stvo.de - 16.07.2015

Einige grundlegende und skurrile Verkehrsregeln im Ausland: Beispiel Dänemark

Vor einer Urlaubsreise ins europäische Ausland sind einige wichtige Aspekte zu klären, z.B. einzuhaltende Einreisebestimmungen, Informationen über notwendige Impfungen oder welche Verkehrsregeln im jeweiligen Reiseland gelten.

Teilweise unterschiedliche Verkehrsregeln im europäischen Ausland
Verkehrsregeln in anderen europäischen Ländern können sich von deutschen Vorschriften unterscheiden. Tempolimits gibt es in allen Ländern Europas, die Null-Promille-Grenze gilt in nahezu allen Staaten der Europäischen Union (EU). Darüber hinaus gibt es laut focus.de einige Verkehrsregeln, die vielen Autofahrer hierzulande unbekannt sind, bei Reisen in das jeweilige Land jedoch relevant sein können.

Wenn bei einem Unfall mit einem reinen Sachschaden die Polizei verständigt wird, obwohl alle Beteiligten die notwendigen Daten untereinander hätten austauschen können, muss die meldende Person eine „Blaulichtsteuer“ entrichten. Es handelt sich hierbei demnach um eine Unfallmeldegebühr, die Höhe beträgt 36 Euro.

Im südlichen EU-Mitgliedsland greift die gegensätzliche Regelung: Unfälle sind dort immer der Polizei zu melden. Fahrzeuge, die sichtbare Schäden aufweisen, dürfen das Land lediglich mit einer polizeilichen Schadensbestätigung verlassen.

Die Eidgenossen sind für ihre hohen Strafen bei Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr bekannt. So droht beispielsweise bei Überschreitung der Geschwindigkeitsbegrenzung der Gang ins Gefängnis. Wer in einer Tempo-30-Zone mit 40 km/h zu viel auf dem Tacho erwischt wird oder mit mehr als 80 km/h über dem Tempolimit auf Autobahnen unterwegs ist, muss für mindestens ein Jahr in Haft.

Während der Sommermonate herrscht ein Winterreifenverbot, dieses gilt bis Mitte Oktober. Fahranfänger dürfen in den ersten drei Jahren nach Erwerb des Führerescheins auf Autobahnen maximal 100 km/h fahren. Wer mit mehr als 1,5 Promille am Steuer unterwegs ist und dabei erwischt wird, muss unter Umständen eine Enteignung und die anschließende Zwangsversteigerung seines Autos in Kauf nehmen.

Seltsame Verkehrsregeln in Dänemark
Auch in Dänemark gibt es nach Informationen der Frankfurter Rundschau einige ungewöhnliche Verkehrspflichten. So muss jeder Fahrer vor der Abfahrt unter sein Auto schauen und sich vergewissern, dass sich nicht eine andere Person unter seinem Wagen befindet, beispielsweise um ein Nickerchen zu machen. Teuer wird es für Autofahrer, die mit mehr als zwei Promille am Steuer erwischt werden. In diesem Fall ist der Führerschein weg und unter Umständen auch der Wagen. Bei diesem Vergehen wird das Fahrzeug versteigert, das Geld kommt dem Staat zugute. Dies trifft auch dann ein, wenn eine andere Person der Halter des Fahrzeugs ist.

Einige grundlegende Verkehrsregeln in Dänemark
Auf Dänemarks Straßen ist jederzeit das Abblendlicht einzuschalten, sowohl auf den Vorder- als auch auf den Rücksitzen besteht Anschnallpflicht. Die Höchstgeschwindigkeit auf dänischen Autobahnen beträgt 130 km/h. Auf Schnellstraßen im Umkreis der größeren Städte liegt die Geschwindigkeitsbegrenzung in der Regel bei 110 km/h, auf Landstraßen liegt diese bei 80 km/h, innerhalb von Ortschaften gilt im Regelfall die zulässige Höchstgeschwindigkeit 50 km/h. Hierbei handelt es sich um grundsätzliche Richtwerte, die tatsächlich gültige Geschwindigkeit ist den entsprechenden Schildern zu entnehmen. Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern ist die Benutzung der Autobahnen in Dänemark kostenlos. Regeln zur Anwendung von Parkscheiben in Dänemark sowie weitere grundlegende Informationen für Reisen in das nördliche Nachbarland sind auf dieser Seite verfügbar.

Weitere Besonderheiten bei dänischen Verkehrsregeln
Generell sind die Verkehrsregeln in Dänemark mit denen in Deutschland vergleichbar. Es herrscht Rechtsverkehr, zudem gilt rechts vor links, sofern Schilder nicht etwas Anderes vorschreiben. Es gibt indes auch einige Besonderheiten zu berücksichtigen:

Einreisebestimmungen für Haustiere
Bei der Einreise in ein EU-Mitgliedsland gelten die europaweit gültigen Einreisebestimmungen für Haustiere. Wird ein Tier mitgeführt, muss ein gültiger EU-Heimtierausweis vorliegen. Dieser ist von einem Tierarzt auszufüllen. Zudem ist darauf zu achten, dass die notwendigen Impfungen rechtzeitig vor der Abreise durchgeführt wurden. Seit 2011 müssen Hunde mit einem Mikrochip gekennzeichnet werden. Alternativ wird eine zuvor angebrachte und eindeutig lesbare Tätowierung ebenfalls akzeptiert. Zusätzlich zu diesen EU-Gesetzen gelten im jeweiligen Reiseland spezifische Einreisebestimmungen für Haustiere.

Strenges Hundegesetz in Dänemark
Obwohl das Hundegesetz 2014 in Dänemark im vergangenen Jahr (Juli 2014) gelockert worden ist, gelten nach wie vor teilweise strenge Vorschriften. So ist etwa die Einfuhr von 13 als vermeintlich gefährlich angesehen Hunderassen verboten, sofern der Hundehalter den auf der Liste stehenden Vierbeiner nach dem 17. März 2010 angeschafft hat.

Weitere skurrile Verkehrsregeln im europäischen Ausland
Wer in Frankreich mit erhöhter Geschwindigkeit erwischt wird, dem droht ein unmittelbares Fahrverbot. In diesem Fall kann nur ein Mitfahrer die Fahrt fortsetzen. In Slowenien ist bei einem Fehlverhalten das anfallende Bußgeld sofort vor Ort zu begleichen. Bei Ausländern kann die Polizei die Beschlagnahmung der Ausweisdokumente veranlassen und den Fahrer festhalten. Zudem gilt, dass Fahrer bereits an einer gelben Ampel halten müssen. Bei Fahrten durch das angrenzende Ungarn empfiehlt es sich, den Beleg bei der Bezahlung der Autobahngebühr zu kontrollieren. Grund: Bei der Erfassung des Kennzeichens sind in der Vergangenheit häufig Fehler festgestellt worden. Eine nachträgliche Reklamation ist indes mit Mehrkosten verbunden.

Eine Übersicht über den länderspezifischen Verkehrsregeln haben wir für Sie hier aufbereitet.